Untertemperatur

Der Organismus des Menschen benötigt für die lebenswichtigen Funktionen eine bestimmte Temperatur. Nur unter dieser Wärme können chemische und biochemische Prozesse ablaufen.

Verschiedene Risiken bestehen dann, wenn die Körperkerntemperatur unter den Normalwert sinkt, also eine Untertemperatur vorhanden ist. Die Temperatur der Extremitäten liegt in der Regel immer etwas niedriger als die Körperkerntemperatur. Nicht jedes Absinken oder Erhöhen der Körpertemperatur weist sofort auf Krankheiten hin. So sinkt z.B. während des Schlafens - in der Ruhephase - die Körperkerntemperatur normalerweise leicht ab.

Eine Unterkühlung bzw. Untertemperatur wird gesprochen, wenn die Körperkerntemperatur einen Wert von 35 Grad Celsius zeigt. Dies wird auch als Hypothermie bezeichnet.

Das natürliche Bestreben unseres Körpers liegt darin, immer die optimale Temperatur aufrecht zu erhalten. Eine Untertemperatur zeigt sich in der Regel dadurch, dass die Muskulatur anfängt zu zittern, um so Wärme zu erzeugen oder indem eine Reduzierung der Hautdurchblutung und der Durchblutung der am weitesten vom Körperkern entfernten Organe erfolgt. Daher sehen bei einer Untertemperatur die Extremitäten oder auch die Ohren blass aus und fühlen sich kühl an. Diese Reaktion des Körpers wird als Thermoregulation bezeichnet.

Durch verschiedene Verfahren kann in der Medizin eine künstliche Untertemperatur hergestellt werden, um den Stoffwechsel der Organe zu verlangsamen und das Gehirns vor einer Unterversorgung mit Sauerstoff zu schützen. Diese Maßnahmen werden bei bestimmten Operationen ergriffen, sowie bei Schädelhirnverletzungen.

Verschiedene Ursachen können zu einer Hypothermie führen. Ein Grund ist das Einwirken von Kälte auf den Organismus. Sie entzieht dem Körper Wärme, was eine extreme Absenkung der Körperkerntemperatur nach sich zieht. Eine weitere Begründung für eine Untertemperatur ist ein verminderter Stoffwechsel. Dies tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung – Kachexie – auf. Es handelt sich also um eine hochgradige Abmagerung, und Verkleinerung der Schilddrüse als hormonelle Störung.

Ein akutes Absinken der Körperkerntemperatur kann Folge eines Kreislautzusammenbruchs oder eines Schocks sein. Seltener ist das Auftreten vom schweren Krankheitsbild bei Cholera, es geht einher mit einer Untertemperatur von 20 Grad Celsius. Verschiedene Patienten klagen nach einem grippalen Infekts ebenfalls über ein Auftreten von einer Untertemperatur von 35 Grad Celsius.

Beim erstmaligen Auftreten einer Untertemperatur sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann durch verschiedene Hilfsmittel eine Abklärung vornehmen und Besserung herbeiführen. Mit verschiedenen Messungen - der Blutdruck spielt hierbei auch eine wichtige Rolle - kann dieses Symptom und seine Hintergründe beseitigt werden. Da viele Patienten den Gang zum Arzt scheuen, soll dies ein kleiner Mutmacher sein:

Der Kranke traut nur widerwillig
Dem Arzt, ders schmerzlos macht und billig.
Lasst nie den alten Grundsatz rosten:
Es muss a) wehtun, b) was kosten.

Eugen Roth (1895-1976)

URL des Artikels: http://eurogrube.de/gesundheit-fitness/untertemperatur.htm