Milchallergie / Laktose Intoleranz

Haben Sie Krämpfe im Bauch, Blähungen oder Durchfall nach dem Genuss von Milchprodukten? Da befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Gut 10 Prozent der Europäer und dem größten Teil der Weltbevölkerung geht es ebenso.

Das bezeichnete Phänomen heißt medizinisch Laktoseintoleranz bzw. Milchunverträglichkeit und wird allgemein auch als Milchallergie bezeichnet, obwohl sie im Gegensatz zur Milcheiweißallergie keine Immunreaktion ist. Die Unverträglichkeit von Milchzucker beruht auf einem Enzymmangel, der verschiedene Ursachen haben kann: Meist ist der Mangel angeboren, kann aber auch beispielsweise durch Erkrankungen des Verdauungssystems entstehen.

Im Säuglingsalter verfügt jeder Mensch über das Enzym Laktase, welches die im Essen vorhandene Laktose, also den dreifachen Zucker (Milchzucker) die Bestandteile Glukose und Galaktose teilt, die vom menschlichen Körper verwertet werden können. Mit wachsendem Alter nimmt das Enzym im Körper normalerweise ab, weil es ursprünglich biologisch nicht vorgesehen war, dass der Mensch auch nach der Stillzeit noch Milchprodukte zu sich nimmt.

Die Tatsache, dass heute viele Menschen auch im Erwachsenenalter unbeschwert Milch zu sich nehmen können, beruht auf einer Genmutation. Dass diese ihren Ursprung in europäischen Ländern und solchen mit europäischen Wurzeln (USA, Kanada) hat, ist nachvollziehbar, da nur hier der Genuss von Milchprodukten üblich ist. In China und vielen Ländern Afrikas mit einer ganz anderen kulinarischen Kultur haben fast 98 Prozent der Bevölkerung eine Laktoseunverträglichkeit.

Da die Beschwerden einer Laktoseunverträglichkeit nur durch die Aufnahme von Milchzucker ausgelöst werden, ist die Vermeidung der laktosehaltigen Lebensmittel das einfachste Mittel, um ihnen entgegen zu wirken. Allerdings befindet sich in vielen Lebensmitteln „versteckte“ Laktose. Vor allem in Fertigprodukten und Süßigkeiten befindet sich oft Milchzucker.

Das Problem einer milchfreien Diät besteht im drohenden Calciummangel. Um trotz Milchunverträglichkeit laktosehaltige Produkte genießen zu können, gibt es die Möglichkeit, das fehlende Enzym Laktase in Tablettenform zu sich zu nehmen. Diese Tabletten gibt es rezeptfrei zu kaufen und sollten bestenfalls eine halbe Stunde vor dem Essen zerkaut eingenommen werden.

Die Dosierung der Tabletten ist nicht sehr einfach, da die Menge des Enzyms nur in etwa auf die eingenommene Milchmenge in Millilitern abgestimmt werden kann und bei Fertigprodukten oft keine Mengenangaben gemacht werden. Calciumhaltige Sojaprodukte bieten eine gute Möglichkeit des Ersatzes und eine interessante Erweiterung des Speiseplans.

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