Urin als Spiegelbild der eigenen Gesundheit? Zumindest spielt er bei der Diagnose von bestimmten Krankheiten eine wichtige Rolle - und das bereits schon seit der Antike. Veränderungen des Urins, sowohl in Farbe als auch im Geruch, können daher auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Ebenso sollten andere Veränderungen, wie das Schäumen des Urins, nicht außer Acht gelassen werden. Schäumender Urin ist ein Phänomen, das bei vielen Menschen auftritt, aber ist er auch gleichzeitig ein Grund sofort zum Arzt zu gehen?
Häufige Ursachen
Eine Ursache des schaumigen Urins kann eine zu hohe
Eiweißkonzentration im Harn sein. Diese entsteht, wenn die
Nieren Eiweiß ausscheiden, das der Körper nicht mehr
aufnehmen konnte. Eine erhöhte Eiweißaufnahme
erfolgt häufig durch eine einseitige Ernährung, wie
beispielsweise bei Diäten (Low Carb) oder einem zu gezielten
Muskelaufbau, wie es beispielsweise bei manchen Kraftsportlern zu
beobachten ist. Welches die Gründe auch sind, bei einer hohen
Eiweißaufnahme ist eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr Pflicht, um die Nieren zu entlasten
– am besten sind hier Wasser und Kräuter- oder
Früchtetees geeignet.
Schäumt der Urin aber über einen längeren
Zeitraum, empfiehlt es zunächst zum einen die eigenen
Essgewohnheiten kritisch zu beleuchten und zum anderen den Urin mit
Teststreifen aus der Apotheke zu überprüfen. Sollten
die Ergebnisse auf eine Infektion hinweisen, ist es unbedingt ratsam
den Urin bei seinem Hausarzt oder einem Facharzt (Urologe oder
Nephrologe) untersuchen zu lassen.
Schäumender Urin muss nicht zwangsläufig im
Zusammenhang mit einer hohen Eiweißaufnahme stehen. Eine
erhöhte Eiweißausscheidung kann auch auf
Störungen des Nierenbereichs oder eine Nierenerkrankung
hinweisen, da das Organ in diesem Fall nicht mehr in der Lage ist,
seine Filterfunktion vollständig zu erfüllen.
Bluthochdruck oder Diabetes, die beide schädlich für
Gefäße sind, können hierfür eine
Ursache sein, ebenso wie Entzündungen oder chronische
Infektionen an den Nierengefäßen. Da die Niere
über keine Schmerz anzeigenden Nerven verfügt,
spürt man die Erkrankung des Organs in der Regel nicht, und
ist daher gezwungen, auf andere Indikatoren der krankhaften
Veränderungen zu achten, wie beispielsweise der Urin.
Auch hier können Teststreifen aus der Apotheke erste Hinweise
auf eine Erkrankung geben. Um einer weiteren Schädigung der
Niere entgegen zu wirken, ist es bei einer krankhaften Ausscheidung von
Eiweiß daher dringend ratsam einen Arzt aufzusuchen.