PC selber zusammenstellen

Wenn kein Komplettrechner die eigenen Anforderungen wirklich erfüllt, ist es Zeit für ein selbst zusammengestelltes Gerät. Dabei ist die Auswahl der Komponenten keine Zauberei und mit einigen wenigen Ratschlägen schnell erledigt. Überflüssige Bestandteile können dabei weggelassen werden und müssen nicht bezahlt werden. Anstelle von zweifelhaften Noname-Komponenten können hingegen hochwertige und zuverlässige Teile verbaut werden. Da sowohl viele stationäre PC-Händler als auch einige Onlineshops den für Einsteiger teilweise eher kniffligen Zusammenbau übernehmen, ist ein selbst zusammengesteller PC die beste Wahl für anspruchsvolle Anwender.

Die beiden wichtigsten Komponenten eines selbst zusammengestellten PCs sind das Mainboard und der Prozessor. Da das Mainboard, die Hauptplatine des Computers also, nicht nur unzählige Onboard-Bauteile wie einen Soundchip, Festplatten- und Peripherieschnittstellen sowie Netzwerkanschlüsse enthält sondern auch den Sockel für den Prozessor, hängt die Wahl dieser beiden Komponenten eng zusammen.

Soll ein Prozessor des Marktführers Intel verbaut werden, muss auch ein dazu passendes Mainboard mit einem kompatiblen Sockel gewählt werden - aktuell wären das die Sockel 1156, 1366 und 1155. Für eine CPU von AMD kommen je nach CPU die Sockel FM1, AM3 und AM3+ in Frage. Dabei gilt: AMD-Hardware ist im Schnitt etwas preiswerter aber in vielen Fällen auch etwas weniger Leistungsfähig als die Konkurrenz von Intel. Da aber für einfache Bürocomputer nicht allzu viel Rechenleistung benötigt wird, bieten sich Doppelkern- oder auch Vierkern-Prozessoren von AMD für einen solchen Computer an. Leistungshungrige Anwendungen wie Videoschnitt oder PC-Spiele sind hingegen mit einem aktuellen Vierkernprozessor von Intel, bevorzugt eines der neuen Modelle Core i5-2500K oder i7-2600K, am besten versorgt.

Unmittelbar von der CPU mit ihrem integrierten Speichercontroller ist auch der Arbeitsspeicher abhängig. Allerdings nutzen alle aktuellen Prozessoren DDR3-RAM, so dass die Wahl in diesem Fall leicht fallen dürfte. Hochgetakteter und teurer Spezial-Speicher muss es allerdings nicht sein, für den alltäglichen Betrieb reichen auch preiswerte Standardmodule. Und auch bei der Wahl der Festplatte ist die Auswahl sehr anwenderfreundlich. Als Schnittstelle existiert fast ausschließlich SATA, bei einer klassischen Festplatte reicht auch die weit verbreitete Version SATA II.

Der neuere SATA-III-Standard spielt seine Vorteile hingegen erst bei schnellen SSDs, auf Flashspeicher basierenden Festplatten also, aus. Wenn das Budget es zulässt: Eine SSD beschleunigt den Systemstart und das Laden von Anwendungen und großen Dateien ungemein und sorgt für ein ungewohnt rasantes Arbeitsgefühl. Keine andere Komponente beschleunigt einen Computer heutzutage so sehr wie eine SSD, da klassische Magnetspeicherfestplatten schon seit einiger Zeit einen großen Flaschenhals darstellen.

Ob eine Grafikkarte in den neuen Computer gebaut werden muss, hängt vom Anwendungsbereich des PCs ab. Bürocomputer und PCs für Videoschnitt, Grafikbearbeitung oder Filmgenuss benötigen keine dedizierte Grafikkarte, die Onboard-Grafik des Mainboards oder der CPU reicht hier vollkommen aus. Erst wenn mit dem Computer grafisch aufwändige 3D-Spiele flüssig laufen sollen ist der Kauf einer entsprechend leistungsstarken Karte nötig. In diesem Falle sollte auch ein leistungsstarkes Markennetzteil mit mindestens 400 bis 500 Watt gewählt werden, für einen Bürorechner reichen hingegen auch 300 Watt vollkommen aus. Von Noname-Netzteilen sollte hingegen abgesehen werden, diese Geräte sind zwar sehr preiswert aber oft auch unzuverlässig und extrem laut.

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