Immobiliengutachten Kosten

Der Kauf einer eigenen Wohnung oder eines Eigenheimes ist für viele Menschen ein großer Lebenstraum, auf den lange gespart und vielleicht auch auf vieles verzichtet wurde. Deshalb ist es umso wichtiger, einen solchen Kauf nicht überstürzt zu tätigen, sondern im Vorfeld genau zu prüfen, ob sich die Investition auch wirklich lohnt. Dies gilt in gleicher Weise, wenn eine Immobilie als reines Renditeobjekt erworben werden soll.

Insbesondere kommt es darauf an, sich vor unerwarteten Folgekosten zu schützen. Gerade bei gebrauchten Immobilien besteht die Gefahr, dass bei einer einfachen Besichtigung der tatsächliche Zustand des Wunschobjektes nicht richtig erkannt wird. Unter Umständen kann dies dann zu erheblichen Sanierungskosten führen, die, wenn sie in der Finanzierung nicht berücksichtigt wurden, schnell zu einem finanziellen Disaster führen können. Aber auch die Fehleinschätzung des Wertes einer Immobilie kann im Nachhinein zu großen finanziellen Nachteilen führen.

Aus diesen Gründen sollte der Erwerb einer Immobilie fachmännisch begleitet werden. Immobiliengutachter können hier professionelle Unterstützung leisten. Sicher entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Diese können aber durchaus unerwünschte Folgekosten vermeiden.

Die Kosten für ein Immobiliengutachten sind allerdings nicht einheitlich geregelt. Sie orientieren sich an unterschiedlichen Kriterien und werden von den einzelnen Gutachtern selbst festgelegt. Es sollten deshalb bei der Auswahl eines Gutachters mehrere Angebote eingeholt und miteinander hinsichtlich der Leistung und des Preises verglichen werden.

Bis 2009 existierte eine Verordnung über die Honorare für Architekten und Ingenieure (HOAI), in der auch eine Honorartabelle für Wertermittlung enthalten war. Diese Verordnung wurde zwar durch eine neue abgelöst, in welcher die Honorartabelle ersatzlos gestrichen wurde. Dennoch richten sich auch heute noch viele Gutachter danach. In jedem Fall kann diese Tabelle eine Orientierung für die Kosten sein, auch wenn sie nicht mehr verbindlich ist. Diese Honorartabelle ist im Internet veröffentlicht.

Grundsätzlich richten sich die Kosten für ein Immobiliengutachten nach dem geschätzten Wert einer Immobilie, nach dem Schwierigkeitsgrad und nach dem Aufwand, der für die Erstellung des Gutachtens erforderlich ist. Der Schwierigkeitsgrad kann sich durch individuelle Forderungen oder durch besondere Gegebenheiten erhöhen. Der Aufwand für die Erstellung eines Gutachtens kann zum Beispiel dann höher sein, wenn für die Beurteilung zusätzliche Unterlagen besorgt oder vielleicht sogar angefertigt werden müssen. Bei der Verhandlung über das Gutachten sollte genau festgelegt werden, was das Gutachten beinhalten soll. Darüber hinaus gehende Leistungen sollten erst nach Rücksprache zwischen Auftraggeber und Gutachter erfolgen.

Ein besonderer Fall liegt vor, wenn zum Beispiel Banken oder Bausparkassen im Rahmen der Prüfung einer Finanzierung einen Gutachter beauftragen. Diese Kosten dürfen nach einem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs nicht an den Kreditnehmer weitergegeben werden. Dies war in der Vergangenheit immer wieder der Fall gewesen. Der Bundesgerichtshof argumentiert jedoch, dass in diesem Fall die Kosten für ein Immobiliengutachten von der Bank oder der Bausparkasse zu tragen sind, da das Interesse für das Gutachten alleinig bei dem finanzierenden Institut liegt.

Bei der Suche nach einem Gutachter sollte bedacht werden, dass dieser Begriff in Deutschland nicht geschützt ist. Dies gilt auch für den Begriff „Sachverständiger“. Die Auswahl eines Gutachters sollte also mit großer Sorgfalt erfolgen, damit sich die Kosten für ein Immobiliengutachten auch wirklich lohnen.

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