
Im Winter die Wohnung richtig lüften
Während der Wintermonate kommt der Lüftung von Wohnräumen eine erhöhte Bedeutung zu. Die größeren Temperaturunterschiede zwischen den Wohnräumen und dem Außenbereich können zu Problemen führen. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kühle Luft, daher ist ihre relative Luftfeuchtigkeit höher als bei kalter Luft. Trifft diese warme und feuchte Luft auf kalte Stellen, kühlt sich die Luft ab und kann die Feuchtigkeit nicht mehr binden. Sie kondensiert an der kalten Stelle und führt dort zu feiner Tröpfchenbildung.
Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung führen
Die kondensierten Tröpfchen können auf Glas und sonstigen glatten Oberflächen problemlos abgewischt werden, auf Möbelstoffen, Tapeten oder Holzoberflächen ziehen sie jedoch in das Material ein. Es ergibt sich in Verbindung mit der Raumtemperatur ein Nährboden für Schimmelbildung. Für die menschliche Gesundheit ist Schimmel eine ernst zu nehmende Gefahr. Atemwegserkrankungen und Infektionen werden begünstigt. Bei starker Schimmelbildung kann es bis zur Unbewohnbarkeit von Wohnräumen kommen.
Sobald Schimmel bemerkt wird, gilt es entschlossen zu handeln. Die sofortige mechanische Entfernung und chemische Bekämpfung sollte durchgeführt werden. Damit ist das Problem jedoch nicht beseitigt, es muss durch eine geänderte Verhaltensweise der Bewohner eine Neubildung von Schimmel verhindert werden. In der Regel reichen eine Überprüfung des Heiz- und Lüftungsverhaltens aus. Gegen ernsthafte bauliche Mängel sind die Maßnahmen jedoch nur bedingt erfolgreich einsetzbar.
Den richtigen Rhythmus zum Lüften einhalten
Die Raumluft in bewohnten Räumen soll mehrmals täglich ausgetauscht werden. Ideal ist die sogenannte Stoßlüftung. Fenster werden weit geöffnet und nach spätestens 3 bis 5 Minuten wieder geschlossen. Warme und feuchte Luft entweicht aus den Räumen und trockene kalte Luft strömt herein. Da die Fenster nur kurz geöffnet werden, können die Möbel und Wände nicht auskühlen. Die Raumtemperatur sinkt nur kurzzeitig und erreicht schnell das alte Niveau.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50 bis 55% gehalten werden. Bei über 60% ist eine erneute Lüftung fällig. Zur Messung sind preiswerte Geräte als Hygrometer im Handel erhältlich. Die Stoßlüftung ist in allen Räumen hilfreich, in denen Dampf entsteht. In Schlafzimmern ist die Raumtemperatur meistens etwas geringer, daher muss auf Schlafzimmer bei der Lüftung besonderes Augenmerk gerichtet werden. Sie neigen wegen der geringeren Aufnahmefähigkeit der kühlen Luft schneller zur Schimmelbildung.
Fehler bei der Lüftung vermeiden
In den Wintermonaten sollten gekippte Fenster nicht vorkommen. Sie kühlen Räume nur aus und erzielen kaum Lüftungseffekte. Räume mit stark unterschiedlichen Temperaturen müssen durch geschlossene Türen voneinander getrennt werden. Geschieht dies nicht, kondensiert im kühleren Raum Feuchtigkeit aus den wärmeren Bereichen an Wänden und Möbeln. Beim Kochen ist eine Ablufthaube sinnvoll, Töpfe sollten nur mit Deckel benutzt werden um Dampfbildung möglichst zu vermeiden.
Hohe Luftfeuchtigkeit aus Küchen oder Badezimmern muss immer nach Außen abgeleitet werden und sollte nicht in die Wohnräume einziehen können. Hilfreich zur Vorbeugung gegen Schimmelbildung an schlecht gedämmten Außenwänden ist der Verzicht auf großflächige Bilder und dichte Vorhänge in diesen Bereichen. Möbel sollten an solchen kalten Wänden mit einigen Zentimetern Abstand zur Wand stehen, damit sich eine trocknende Luftzirkulation entwickeln kann. Alle Räume sollten auf mindestens 17 bis 18 Grad geheizt und wenigstens 3 mal am Tag mit Stoßlüftung gelüftet werden.
URL des Artikels: http://eurogrube.de/haus-und-garten/wohnung-winter-richtig-lueften.htm